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Sarah Kube gewinnt „Coupe Intercontinentale des Amateurs“!

Mit Gizmogold war der Name Programm – mit einer couragierten Fahrt bei ihrem ersten Auftritt im „Temple du Trot“ von Vincennes trug sich Sarah Kube in die Siegerliste des prestigeträchtigen Rennens am Tag vor dem Prix d’Amerique ein!

„Fahr auf keinen Fall am Start los“, „fahr nicht am Berg“, „fahr nicht außen herum“, „fahr nicht an die Innenkante“ – an klugen Ratschlägen diverser Experten mangelte es nicht im Vorfeld des Amateurklassikers. Doch Sarah Kube machte es, wie die europäischen Catchdriver es eben so tun: Morgens mit dem Flieger hin, abends zurück, nicht zu viel über die Order nachdenken und einfach das machen, was sich im Rennen richtig anfühlt. Mit Erfolg!

Am Start hatte man nicht den Eindruck, dass die Wettbewerber um die Spitze ein heißes Duell anstreben würden – und so fand sich Sarah Kube mit dem flinken Neunjährigen schnell an der Spitze wieder. Sie führte das Feld in den Bogen von Joinville und hielt auch dem Anklopfen von Beatrice Demoulin, die im Laufe der Woche statt des zunächst nominierten Piet van Pollaert als belgische Vertreterin angegeben worden war, einige Zeit stand. Dann ließ sie die Konkurrentin passieren, die das Feld bis in die Einlauf führte.

Was dann passierte, war ein im Live-Modus packendes Finish, Demoulin wich mit Galopin de Bianca nach außen und machte den Weg innen frei für Sarah Kube und den ein weiteres Mal beschleunigenden Gizmogold. Was die auf die deutsche Amazone und ihren vierbeinigen Partner fixierten Fans ebenso wenig mitbekommen hatten wie die französischen Kommentatoren, war die Disqualifikation des führenden Gespanns an der letzten Ecke. Demoulin schaute sich mehrmals nach außen um und es wirkte, als übersehe sie den Gegner im Rücken – tatsächlich bemühte sie sich wohl, keinen Konkurrenten zu behindern.

Umso größer war die Freude nach der Zieldurchfahrt bei den deutschen Fans und Sarah Kube, die noch auf dem Geläuf ein erstes Interview geben durfte und der man ihre Aufregung und Begeisterung ob des Sieges bei ihrer ersten Fahrt auf dem Plateau de Gravelle auf sympathische Art ansehen und -hören konnte. Dennoch antwortete sie souverän, wie auch im späteren Siegerinterview auf dem „Treppchen“ und vertrat Traber-Deutschland auf vorzügliche Art.

In 12,7 / 2100 Meter Autostart erlief sich Gizmogold im hohen Alter von neun Jahren einen neuen Lebensrekord (freilich war er nie zuvor in Vincennes gestartet und 2100 Meter gelten auf der Grande Piste als Sprintstrecke) und gewann sein 13. Rennen beim erst 50. Start.

Nach dem Rennen konnten, wie auf unserem Teaserbild sichtbar, Marlene Matzky und Sarah Kube gemeinsam auf den Erfolg anstoßen. „Es war ein wunderbares Erlebnis für mich, das ich immer in Erinnerung behalten werde“, sagte Sarah Kube abschließend zu diesem erfolgreichen Abstecher auf die Vincenner Nobelpiste.

Der Vorstand der Traber-Allianz freut sich sehr, bei der nicht einfachen Auswahl der deutschen Teilnehmerin für dieses Rennen ein gutes Händchen gehabt zu haben. Neben dem unverzichtbaren Losglück bei der Pferdezuteilung hat Sarah Kube ein hervorragendes Rennen gefahren und die deutschen Farben (auch wenn dieses Rennen wie in Frankreich üblich im Besitzerdress gefahren wurde) mehr als würdig vertreten.

Rennbericht inkl. Video

Amateur-EMs 2025: Caroline Gentz und André Pögel qualifiziert

Am Sonntag wurden in Berlin-Karlshorst die deutschen Teilnehmer an den Amateur-EMs 2025 gesucht: Acht Amateure gingen an den Start und nach vier spannenden Rennen standen Caroline Gentz und André Pögel als Qualifikanten fest.

Zuvor hatten sich die acht Teilnehmenden auf unterschiedlichen Wegen qualifiziert: Aus den vier trabrennsportlichen Regionen (Hamburg, Berlin, Bayern, NRW) war jeweils der siegreichste Fahrer des Vorjahres dabei: André Pögel in Berlin, Tom Karten, der sowohl in Hamburg als auch NRW der siegreichste Amateur war, sowie Stefan Hiendlmeier und Martin Geineder, die in Bayern die gleiche Siegzahl aufwiesen. Dazu kamen die Qualifikanten aus jeweils einem Rennen je Region – Julia Holzschuh qualifizierte sich in Gelsenkirchen, Peter Platzer in München, Caroline Gentz in Hamburg und Andreas Marx in Berlin.

Zum dritten Mal gestaltete die Traber-Allianz als deutscher Mitgliedsverein des europäischen Amateurverbandes FEGAT die EM-Nominierung als Wettbewerb – 2022 setzten sich mit Linda Matzky und Bernd Nebel in München zwei Auswärtige durch, ebenso 2023 in Berlin-Mariendorf, als Julia Holzschuh und Peter Platzer die ersten Plätze je Geschlecht belegten. Diesmal war es anders – die Lokalmatadoren André Pögel und Caroline Gentz zeigten konstant starke Fahrten, gewannen jeweils ein Rennen und waren schon vor dem letzten Lauf in der Pole Position.

Caroline Gentz war wegen eines Nichtstarters zum Zusehen verdammt – und hätte bei einem Sieg von Julia Holzschuh den Platz an der Sonne noch verloren. Doch nach langer Führung reichte es am Ende nicht für die Wahl-Dülmenerin, Platz drei im Rennen bedeutete, dass Caroline Gentz im kommenden Jahr zur EM fährt. Nachdem Julia Holzschuh in diesem Jahr den Deutschland-Dress auf Malta getragen und die Silbermedaille gewonnen hatte, dürfte sie dies verschmerzen können.

Weniger spannend war es im letzten Lauf bei den Herren, denn bei neun Punkten Vorsprung hätte sich André Pögel nur durch einen Fahrfehler mit einer Punktestrafe inklusive schlechter Platzierung selbst schlagen können – bei normalem Verlauf war er nicht mehr vom Platz eins bei den Herren zu verdrängen. Und so kam es auch – Peter Platzer gewann nach dem zweiten auch den vierten Lauf und wäre ohne die Punktestrafe im zweiten Lauf im Gesamtklassement auf dem dritten Rang gelandet.

In den Interviews betonten Pögel, Gentz und Platzer, dass die Rennen ausgeglichen besetzt und spannend gewesen seien und der Wettbewerb ihnen Freude bereitet habe.

Für André Pögel geht es 2025 zur Amateur-EM nach Italien, Caroline Gentz reist zur Amazonen-EM in die Niederlande, wo ihr Schwager Constantin 2016 bei der Herren-EM angetreten war.

 1. Lauf2. Lauf3. Lauf4. LaufGESAMT
1  André Pögel967426
2  Caroline Gentz749525
3  Julia Holzschuh476623
4  Peter Platzer26*3920
5  Martin Geineder525517
6  Andreas Marx355316
7  Tom Karten131712
8  Stefan Hiendlmeier614112

*3 Strafpunkte abgezogen

Rennberichte und Videos

Der Vorstand der Traber-Allianz bedankt sich herzlich beim Team aus Berlin-Karlshorst, allen voran Nina Oikarinen und Dimitrios Vergos, und allen Besitzern und Trainern, die Pferde für die Rennen genannt haben, für die Unterstützung bei diesem Wettbewerb! Und nicht zu vergessen den Pferdehof am Spitzberg, den Höwingshof, Hufbeschlag Pögel und PP Panschow&Pögel Pferdetransporte, die uns finanziell unterstützt haben.

Ebenso geht ein Dank an den HVT, der in Person von Präsident Peter Weihermüller und Geschäftsführer Dr. Stefan Völl prominent vor Ort war und den Wettbewerb ebenfalls finanziell unterstützte.

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